DEUTZ Engines: Flexibler aufgestellt für volatile Märkte

Business Unit Engines 

Flexibler aufgestellt für volatile Märkte


In der Business Unit Engines ist unser klassisches Geschäft mit Verbrennungsmotoren gebündelt. Entwicklung, Produktion und Vertrieb arbeiten innerhalb der Unit eng zusammen und verantworten das Geschäft gemeinsam. Die Neuaufstellung des ehemaligen Geschäftsbereichs Classic als Business Unit sorgt für kurze Entscheidungswege, schnelle Reaktionszeiten auf Kundenanfragen, eine größere Marktnähe und interne Transparenz über Produkte, Lieferfähigkeit, Weiterentwicklungen und Kundenanforderungen. Das macht uns agiler, flexibler und insgesamt resilienter. 
 
Diese Struktur ist die organisatorische Antwort auf ein Geschäft, das auch unter schwierigen Marktbedingungen verlässlich funktionieren muss. Gerade in einem Umfeld, das von schwankenden, wirtschaftlichen Zyklen geprägt ist, kommt es darauf an, nah am Kunden zu sein und pragmatisch zu handeln. 

Das Geschäftsjahr 2025 war nicht einfach. Der erwartete konjunkturelle Aufschwung in Deutschland ist ausgeblieben und die Business Unit Engines musste mit einer anhaltend schwierigen Marktsituation umgehen. Trotzdem haben wir uns gut geschlagen und unser Versprechen gegenüber dem Kapitalmarkt gehalten. 

Produkt- und Portfolio-Highlights 2025 

Zu den Highlights 2025 zählt der Serienanlauf des DEUTZ TCD 3.9/4.0, der auf eine sehr hohe Nachfrage bei internationalen OEMs trifft. Dieser Verbrennungsmotor wurde speziell für Kunden im Baugewerbe entwickelt und ist extrem leistungsstark, kompakt, zuverlässig und effizient. Der Allrounder zeichnet sich durch einen Leistungsbereich von 75 bis 129,4 kW aus. Durch zahlreiche Optionen ist er modular und in einem breiten Anwendungsspektrum einsetzbar.  
Außerdem haben wir – überraschend für den Markt – einen neuen Motor von einem Partnerunternehmen in unser Portfolio übernehmen können: Der 24-Liter V12-Motor mit bis circa 780 kW ist vor allem für die Stromerzeugung vorgesehen. Derzeit läuft ein Pilotprojekt bei einem Kunden in Italien; der offizielle Produktlaunch ist im Laufe des Jahres 2026 geplant. Damit erschließt sich die Engines-Einheit gezielt den Wachstumsmarkt für Power Generation- und Notstromlösungen und schafft Synergien mit den Business Units Energy und Defense. 

Auch unser Konzept für einen neuen kompakten 6-Liter-Motor – den TCD 6.0 – für Bau- und Agrarmaschinen hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Als Absatzmarkt haben wir insbesondere China im Blick. Der Motor bietet viel PS auf wenig Raum. Wir haben das Konzept erstmals im November 2025 auf der Agritechnica vorgestellt und sehr gute Reaktionen vom Fachpublikum zurückgespielt bekommen. Ebenfalls erfreulich im vergangenen Jahr: die erfolgreiche Integration der Daimler Truck-Motoren in unser Portfolio. 

Forschung, Software und Systemkompetenz 

Die Forschung & Entwicklung der Engines-Unit hat 2025 einen pragmatischen Kurs eingeschlagen. Da die Politik derzeit keine neuen Emissionsstufen vorsieht, stehen keine rechtlich notwendigen Neuentwicklungen an. Wir fokussieren uns deshalb auf Serienbetreuung und Softwareentwicklung. Softwareanpassungen sind für uns ein Zukunftsfeld: Sie entscheiden darüber, wie Motoren performen, wie effizient sie arbeiten und wie Emissionen im Gesamtsystem optimiert werden. Gerade bei der Verringerung der Emissionen erweist sich unsere Beteiligung an HJS Emission Technology als hilfreich: die Themen Motor und Abgasnachbehandlung sind eng verzahnt, was unsere Systemkompetenz zusätzlich stärkt.  

Künstliche Intelligenz (KI) ist auch in der Business Unit Engines ein wichtiges Thema. In einem Pilotprojekt wird derzeit getestet, inwieweit sich die Fehlererkennung in der Produktion noch weiter optimieren lässt. Auch in der Teile-Identifizierung prüft die Engines-Unit den Einsatz von KI. 

Flexibilität als Wettbewerbsvorteil 

Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil der DEUTZ-Motoren liegt in ihrer hohen Flexibilität. Kundenanforderungen unterscheiden sich je nach Anwendung, Region und Einsatzprofil erheblich. Die Business Unit Engines arbeitet nicht mit Lösungen von der Stange, sondern baut Motoren gezielt so, dass sie die Bedürfnisse der Kunden optimal erfüllen. Anpassungen bei Schnittstellen, Anbauteilen, Leistungscharakteristik oder Peripherie gehören zum Tagesgeschäft. Gerade wegen dieser Fähigkeit zur Individualisierung ist DEUTZ bei komplexen Off-Highway-Anwendungen für viele OEMs oft erste Wahl.  

Klarer Fokus auf Märkte mit Nachfrage 

Wir sind uns bei DEUTZ darüber im Klaren, dass die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren langfristig sinken wird. Kurz- und mittelfristig bleiben sie jedoch in den meisten Off-Highway-Anwendungen unverzichtbar. Synthetische Kraftstoffe und perspektivisch auch Wasserstoff werden den Einsatz noch weiter verlängern. In der Landwirtschaft, auf Baustellen, bei Feuerwehr- und Spezialfahrzeugen oder in der Stromversorgung unter extremen Bedingungen stoßen batterieelektrische Lösungen noch an ihre Grenzen. Deshalb wird der Verbrennungsmotor dort weiterhin eine Rolle spielen, wo er technisch und wirtschaftlich erforderlich ist. Das gilt vor allem für größere Modelle, auf die wir uns zunehmend konzentrieren.  

Der Anspruch von DEUTZ ist es, die besten und saubersten Verbrennungsmotoren zu liefern. Mit dem klaren Ziel, DEUTZ unter den drei führenden unabhängigen Motorenherstellern weltweit zu platzieren. Die neue Aufstellung als Business Unit Engines ermöglicht es DEUTZ, schneller auf die sich ändernden Marktanforderungen zu reagieren, bestehende Produkte weiterzuentwickeln und neue Einsatzfelder gezielt zu adressieren. 

Die Business Unit Engines konzentriert sich auf Märkte mit klarer Nachfrage, das sind unter anderem die USA. Auch Indien ist ein wichtiger Zukunftsmarkt. Die Kooperation mit dem indischen Landtechnikkonzern TAFE Motors verläuft planmäßig, der Aufbau der Produktion ist im Juli 2025 gestartet, der Serienanlauf ist für 2027 vorgesehen.  

Neben regionalen Märkten nehmen wir attraktive neue Segmente in den Blick: Das Engines-Geschäft wird perspektivisch erheblich von der steigenden Nachfrage nach Verbrennungsmotoren für Back-ups in der Stromversorgung profitieren. In diesem Segment werden wir künftig in Zusammenarbeit mit Partnern größere Modelle und neue Lösungspakete bieten. Auch der wachsende Bedarf im Verteidigungsmarkt eröffnet neue Absatzchancen. Hier ergeben sich Synergien mit der Business Unit Energy, Defense und auch mit NewTech. Ein wesentliches Asset für Motoren von DEUTZ ist zudem der exzellente Service. Das weltweite Servicenetz und der zuverlässige, schnelle Support sind ein starkes Kaufargument und unterstützen das Engines-Geschäft.   

INTERVIEW 

Herr Villinger, wie blicken Sie auf das Geschäftsjahr 2025 zurück?
Markus Villinger, Head of Business Unit Engines: Der Markt war schwach und der erhoffte Aufschwung ist ausgeblieben. Anfang des Jahres haben viele Indikatoren noch nach oben gezeigt, das hat sich aber nicht bestätigt. Insofern kann man nicht sagen, dass wir zufrieden sind. Gleichzeitig haben wir bei DEUTZ unsere Ziele erreicht und uns in einem schwierigen Umfeld stabil behauptet. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen greifen. 

Was waren die Highlights 2025 in der Business Unit Engines? 
Markus Villinger: Ein zentrales Highlight war der Serienanlauf des neuen DEUTZ TCD 3.9/4.0. Darüber hinaus konnten wir unser Portfolio um einen 24-Liter-Motor erweitern, der vor allem für die Stromerzeugung vorgesehen ist. Außerdem haben wir ein Konzept für einen neuen 6-Liter-Motor vorgestellt, der perspektivisch neue Märkte adressieren wird. 

Zum Jahreswechsel 2025/2026 wurde aus der Abteilung Classic die Business Unit Engines. Was ändert sich? 
Markus Villinger: Wir haben Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Supply Chain enger zusammengeführt. Das Ziel ist ganz klar: Geschwindigkeit. Entscheidungen müssen nicht mehr über mehrere Ebenen abgestimmt werden, sondern entstehen innerhalb der Business Unit. Das macht uns schneller und marktnäher. Gleichzeitig tragen wir als Einheit die Ergebnisverantwortung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. 

Wo sehen Sie aktuell besonders großes Marktpotenzial für Verbrennungsmotoren? 
Frank Bürschgens, Head of Portfolio & Product Management, Business Unit Engines: Ein stark wachsender Bereich ist die Stromerzeugung. Der Bedarf an Back-up-Lösungen für Rechenzentren und kritische Infrastruktur steigt, da Stromnetzwerke nicht immer stabil sind. Dafür werden heute vor allem sichere Verbrennungsmotoren eingesetzt. Dieser Markt wächst aktuell sehr dynamisch. 

Was macht DEUTZ-Motoren aus Kundensicht besonders? 
Frank Bürschgens: Natürlich stehen Qualität, Performanz und Robustheit im Vordergrund. Entscheidend dabei ist die Kombination mit unserem weltweiten Service. Viele Kunden kommen zu uns, weil sie ihre Maschinen global einsetzen und sicherstellen wollen, dass sie überall optimale Unterstützung bekommen. Dieses Gesamtpaket schafft Vertrauen und langfristige Kundenbeziehungen.