DEUTZ Defense: Industrielle Kompetenz für einen sicherheitsrelevanten Markt

Business Unit Defense 

Industrielle Kompetenz für einen sicherheitsrelevanten Markt
 

Mit der Business Unit Defense reagiert DEUTZ auf einen Markt, der sich in kurzer Zeit grundlegend verändert hat: Verteidigung ist kein Nischen- oder Nebenmarkt mehr, sondern ein strategisch wichtiger Industriebereich mit eigenen Regeln, eigenen Stakeholdern und sehr spezifischen Anforderungen. Wir wollen unseren Beitrag zur Sicherheit Deutschlands und Europas leisten und im Rüstungsmarkt eine relevante Rolle spielen.  

Für DEUTZ war klar: Wenn wir diesen Markt langfristig adressieren wollen, brauchen wir dafür einen eigenen Strang, einen eigenen Geschäftsbereich. Strenge regulatorische Vorgaben, Exportkontrollen, politische Entscheidungsprozesse und komplexe Beschaffungslogiken erfordern spezielles Know-how und klare Verantwortlichkeiten. Hinzu kommt, dass sich neue Technologien wie etwa unbemannte Systeme und softwarebasierte Anwendungen im Verteidigungssektor immens schnell entwickeln; Drohnentechnologie zum Beispiel wird teilweise im Tagestakt aktualisiert. Das zeigt: Der Rüstungsmarkt lässt sich nicht nebenbei mitbedienen. Deshalb setzen wir mit dem eigenständigen Geschäftsbereich Defense einen klaren Fokus.

Zugriff auf ein breites Portfolio 

Die Business Unit Defense versteht sich nicht als eigenständige Produkt- oder Entwicklungseinheit, sondern als Go-to-Market-Schnittstelle, die auf das gesamte Portfolio von DEUTZ zurückgreift. Damit machen wir die Stärken von DEUTZ für die Nachfrage im Verteidigungssegment verfügbar, ohne Parallelstrukturen aufzubauen: Entwicklung, Engineering, Produktion und Service verbleiben in den bestehenden Business Units und werden je nach Anforderung in Defense-Projekte eingebunden.  

Das heißt konkret: Wenn es um robuste Verbrennungsmotoren für militärische Fahrzeuge, wie Truppentransporter und Schützenpanzer, oder auch stationäre Anwendungen geht, greift Defense auf das Portfolio der Business Unit Engines zu; bei der Nachfrage nach elektrifizierten und hybriden Antriebssystemen kommt NewTech ins Spiel; sind Lösungen zur mobilen Energie- und Stromversorgung erforderlich, steht Energy bereit. Ergänzt wird diese breite Angebotspalette durch die hochprofessionellen und global verfügbaren Leistungen der Business Unit Service. 

Diese Aufstellung stärkt das Gesamtportfolio von DEUTZ, denn die Anforderungen aus dem Defense-Markt fließen zurück in Produktentwicklung und Servicekonzepte und machen uns somit insgesamt resilienter und zukunftsfähiger. 

Industriekompetenz und Defense-Know-how 

Die Business Unit Defense konzentriert sich auf die Marktbearbeitung. Das Team rekrutiert sich mehrheitlich aus Mitarbeitenden von DEUTZ. Sie bringen tiefes Produkt-, Technologie- und Prozesswissen mit und kennen die industriellen Strukturen, das Portfolio und die Arbeitsweise von DEUTZ.  

Gleichzeitig haben wir gezielt neue Funktionen und Profile geschaffen, die es in dieser Form bislang bei DEUTZ nicht oder nur eingeschränkt gab – etwa im Business Development und Vertrieb mit Blick auf den Rüstungsmarkt, im Bereich Government Relations oder für Aufgaben rund um Exportkontrolle und Regulatorik. Diese Fähigkeiten sind entscheidend, um den Markt professionell und regelkonform zu erschließen und zu bearbeiten. Die Kombination aus langjährigen DEUTZ-Profis und Spezialisten mit hoher Defense-Kompetenz garantiert zugleich industrielle Expertise und Markt- und Systemverständnis.


Technologische Stärken  

DEUTZ bringt alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen strategischen Einstieg in den Rüstungsmarkt mit: Da ist zuallererst unsere industrielle Kompetenz. Als einer der führenden Motorenhersteller weltweit stehen wir für zuverlässige, leistungsstarke und langlebige Antriebslösungen, die auch unter extremen Einsatzbedingungen funktionieren. Unsere Motoren laufen – ob bei extremer Hitze oder klirrender Kälte, in großen Höhen oder unter hoher Dauerlast. Diese Robustheit ist für militärische Anwendungen unerlässlich. 

Zum zweiten ist DEUTZ in der Lage, Technologie industriell zu skalieren. Unsere Produktionsstandorte in Köln und Ulm verfügen sowohl über hohe Fertigungskapazitäten als auch über Strukturen für Kleinserien, individualisierte Anpassungen und für die Umsetzung alternativer Antriebskonzepte. Damit können wir klassische militärische Plattformen und neue, technologiegetriebene Anwendungen gleichermaßen bedienen. 

Auch unsere technologische Offenheit bietet Abnehmern im Defense-Markt klare Vorteile: Neben den bewährten Verbrennungsmotoren ist die Umsetzung von E- und Hybrid-Systemen problemlos möglich und von DEUTZ erprobt. Und: Wir sorgen dafür, dass die Systeme laufen. Unser globales Servicenetzwerk ist schnell, professionell und zuverlässig. Wartung, Instandhaltung und Ersatzteilverfügbarkeit sind im Rüstungsumfeld mindestens so entscheidend wie die Erstlieferung. Wo nötig, sind wir in der Lage, sehr kurzfristig bestehende Antriebssysteme in Militärfahrzeugen auszutauschen und haben dies bereits mehrfach getan. 

Schließlich bringen wir auch das Know-how mit, um zivile Motoren für militärische Einsätze anzupassen. Wir können Motoren für den Betrieb mit NATO-Kraftstoffen rüsten, sie für extreme Einsatzlagen fitmachen und dafür sorgen, dass sie watfähig – also in tiefen Gewässern einsatzbereit – bleiben. 

Partner für etablierte Player und Start-ups 

Die Kombination all unserer Fähigkeiten macht DEUTZ zu einem attraktiven Partner sowohl für etablierte sogenannte Defense Primes (auch: Def-Primes; Verteidigungs-Hauptauftragnehmer) als auch für junge Defense-Tech-Player.  

Die Gründung der Business Unit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Markt spürbar öffnet: Der Bedarf an weiteren industriellen Kapazitäten und zusätzlichen Lieferanten wächst, weshalb die Chance besteht, dass sich jahrzehntelang gewachsene Partnerschaften zwischen Def-Primes und ihren Lieferanten öffnen. Zugleich etabliert sich eine Start-up- und Scale-up-Szene für Defense-Anwendungen. Die jungen Unternehmen entwickeln hochinnovative Systeme, stoßen bei Skalierung, Industrialisierung und Service aber häufig an ihre Grenzen. Auch hier sind wir als Partner zur Stelle. DEUTZ positioniert sich bewusst in beiden Welten: als verlässlicher Industriepartner für etablierte Player und als Enabler für neue, technologiegetriebene Akteure. 

Akquisitionen und strategische Allianzen 

Die Defense-Unit will ein solides Ökosystem etablieren. Dafür sucht sie sehr gezielt hochkarätige Partner und setzt auf Akquisitionen innovativer Unternehmen, die das DEUTZ-Portfolio bereichern. 2025 ist das gleich zwei Mal gelungen: Im September 2025 haben wir die SOBEK Group übernommen und uns damit einen Zugang zu einem stark wachsenden Segment innerhalb des Rüstungsmarkts verschafft: den elektrischen Hochleistungsantrieben für unbemannte Systeme, insbesondere für Drohnen. Diese Systeme werden in der Aufklärung und auch für Schutz- und Abwehranwendungen immer wichtiger.  

SOBEK ergänzt das Portfolio von DEUTZ damit um eine Kompetenz, die über klassische Antriebstechnologien hinausgeht. Während DEUTZ insbesondere für industrielle Skalierung, robuste Hardware und Energieinfrastruktur steht, verfügt SOBEK über eine hohe Expertise im Bereich hochdynamischer, elektrischer Antriebslösungen für luftgestützte Anwendungen. Diese Akquisition stärkt unsere technologische Anschlussfähigkeit an die modernen Anforderungen im Rüstungssegment. 

Auch die im Oktober 2025 vereinbarte Partnerschaft mit ARX Robotics ist strategisch angelegt. Ziel ist es, batterieelektrische Antriebe und perspektivisch auch kleinere Verbrenner- oder Hybridantriebe von DEUTZ in unbemannten Landfahrzeugen von ARX Robotics einzusetzen. Auch hier handelt es sich um eine echte Win-win-Situation: ARX profitiert von den Produktionskapazitäten, dem Engineering-Know-how und dem globalen Servicenetzwerk von DEUTZ, wir bekommen den Zugang zu einem innovativen und schnell wachsenden Segment im Rüstungsmarkt. 

Defense als Baustein der Strategie Dual+ 

Strategisch ist die Defense-Unit ein fester Baustein der Dual+-Strategie von DEUTZ. Dual+ steht für eine breitere, resiliente Aufstellung des Unternehmens und für Wachstum in Märkten, die wir technologisch bedienen können. Die Unit erfüllt genau diese Kriterien: Sie macht bestehende Produkte und Kompetenzen für neue Anwendungen nutzbar und reduziert damit die Abhängigkeit von einzelnen Wirtschaftszyklen oder Industrien.  

 Übrigens: DEUTZ ist im Verteidigungsmarkt kein Newcomer. Historisch war das Unternehmen bis in die 1990er-Jahre an der Motorisierung militärischer Fahrzeuge beteiligt und hat auch in jüngerer Vergangenheit in geringem Umfang Motoren für militärische Anwendungen geliefert. Vorgängermodelle aktueller Motorengenerationen sind zum Beispiel in militärischen Fahrzeugen wie dem Fennek oder dem polnischen Oncilla im Einsatz, andere Anwendungen dienen der Energieerzeugung oder Remotorisierungsprojekten. Die Business Unit bündelt diese Erfahrungen erstmals strategisch. Sie positioniert DEUTZ in einem Markt, der wirtschaftlich wie industrie- und verteidigungspolitisch erheblich an Bedeutung gewinnt. Und sie zeigt: Wir sind bereit, industrielle Verantwortung auch in sicherheitsrelevanten Zukunftsfeldern zu übernehmen. 

INTERVIEW

Warum gibt es die Business Unit Defense und was genau haben Sie vor? 
Marco Herre, Head of Business Unit Defense: Wir wollen mit der Business Unit Defense einen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas leisten und gleichzeitig ein attraktives, technologisch anspruchsvolles Geschäftsfeld entwickeln. 

Wir haben uns sehr bewusst entschieden, den Defense-Bereich strategisch zu bedienen. Der Markt hat eigene Regeln, eigene Stakeholder und sehr spezifische Anforderungen, etwa bei Exportkontrolle oder im Umgang mit politischen Entscheidungsprozessen. Dafür braucht es eine klare Struktur und deshalb haben wir die Business Unit Defense gegründet. 

Warum jetzt? 
Marco Herre: Der Zeitpunkt für diesen Schritt ist kein Zufall. Verteidigungsausgaben steigen, Lieferketten werden neu gedacht, und der Bedarf an industrieller Skalierung wächst. Gleichzeitig stößt der Markt an strukturelle Grenzen: In einigen Segmenten dominieren wenige Anbieter. Das schafft Abhängigkeiten und das wiederum weckt den Wunsch nach Alternativen. 

Welche Ziele soll die Business Unit Defense für DEUTZ erfüllen? 
Marco Herre: Die Business Unit Defense ist als Go-to-Market-Einheit aufgesetzt. Wir bündeln den Marktzugang und greifen auf das bestehende Portfolio von DEUTZ zu. Unser Ziel ist es, diesen Markt professionell, regelkonform und langfristig zu bearbeiten. Innerhalb unserer Strategie Dual+ ist Defense als eigenständiger Geschäftsbereich fest etabliert. Dual+ bedeutet für uns, dass wir uns breiter und resilienter aufstellen und in Märkten wachsen, die wir technologisch verstehen. Defense ist exakt so ein Markt: anspruchsvoll, langfristig und mit attraktiven Wertschöpfungsprofilen. 

Was qualifiziert DEUTZ für den strategischen Einstieg in den Rüstungsmarkt? 
Marco Herre: Zum einen bringen wir eine lange industrielle Erfahrung mit. DEUTZ steht für robuste, langlebige Antriebslösungen, die auch unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren. Das ist im Defense-Bereich eine Grundvoraussetzung. Zum anderen verfügen wir über Produktionskapazitäten, die skalierbar sind, sowohl für größere Stückzahlen als auch für individualisierte Lösungen. Hinzu kommt unsere technologische Breite, von klassischen Verbrennungsmotoren bis hin zu elektrifizierten und hybriden Systemen sowie unser globales Servicenetzwerk. Diese Kombination ist im Defense-Markt ein klarer Vorteil und verleiht uns ein „Right to win“. 

Was sind die Herausforderungen beim strategischen Einstieg in den Rüstungsmarkt? 
Philipp Kitterer, Head of Business Development & Strategy Defense: Die größte Herausforderung liegt weniger in der Technologie als in den Rahmenbedingungen. Der Defense-Markt ist stark reguliert, Genehmigungsprozesse sind komplex, und politische Entscheidungen spielen eine zentrale Rolle. Außerdem gibt es über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaften zwischen großen Rüstungskonzernen und ihren Zulieferern. Dort kommt man nicht von heute auf morgen hinein. Der Markteintritt erfolgt häufig projektbezogen oder über neue Plattformen. Deshalb braucht es Geduld, ein gutes Verständnis der Strukturen und eine sehr saubere Governance. 

Wichtiges Element der Defense-Strategie ist der Aufbau eines belastbaren Ökosystems. Was heißt denn das konkret? 
Philipp Kitterer: Dass wir auf Partnerschaften und gezielte Akquisitionen setzen. Das Prinzip ist ganz einfach: DEUTZ liefert Antriebslösungen, Energieinfrastruktur, Produktions- und Servicekompetenz. Die Partner bringen Software, Systemintelligenz und neue Anwendungskonzepte ein. Es geht dabei nicht um Einzelprodukte, sondern um vernetzte Systeme. Alle Seiten gewinnen: Wir erhalten wertvolle Zugänge zu innovativen Technologien, unsere Partner profitieren von unserer industriellen Kompetenz. 

Wie ist denn die Resonanz im Markt auf die Gründung der Defense-Unit? 
Marco Herre: Sehr positiv. DEUTZ ist als Marke bekannt und steht für Qualität und Verlässlichkeit. Das merken wir sowohl bei etablierten Konzernen als auch bei jungen Defense-Tech-Unternehmen. Es wird im Markt durchaus begrüßt, dass ein weiterer industriell starker Player hinzukommt. Gleichzeitig erleben wir viel Offenheit von Start-ups, die gezielt nach Partnern suchen, die Skalierung und industrielle Umsetzung ermöglichen.