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Kompetenzprofil, Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat der DEUTZ AG

Download als PDF / Stand Dezember 2018

Der Aufsichtsrat der DEUTZ AG benennt konkrete Ziele für seine Zusammensetzung und hat ein
Kompetenzprofil für das Gesamtgremium gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance
Kodex erarbeitet.

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die zur ordnungsgemäßen
Wahrnehmung der Aufgaben in einem international tätigen Konzern erforderlichen Kenntnisse,
Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Dies bedeutet nicht, dass jedes einzelne
Aufsichtsratsmitglied alle erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen besitzt, sondern für jeden
wesentlichen Aspekt der Aufsichtsratstätigkeit mindestens ein Aufsichtsratsmitglied als kompetent
angesehen werden kann, sodass die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen durch die
Gesamtheit der Aufsichtsratsmitglieder unter Einschluss der Arbeitnehmervertreter bei
Berücksichtigung der Besonderheiten des Mitbestimmungsrechts abgebildet werden.

1.  Beschreibung der im Aufsichtsrat erforderlichen Kompetenzfelder:
Der Aufsichtsrat der DEUTZ AG soll sich aus Persönlichkeiten zusammensetzen, die in ihrer
Gesamtheit ein Kompetenzspektrum zur Verfügung stellen, mit Hilfe dessen eine umfassende und
effektive Beratung und Überwachung des Vorstands in Bezug auf die gesamte Geschäftstätigkeit der
DEUTZ AG gewährleistet wird. Wesentliche Bestandteile dieses Kompetenzspektrums sind nach
Einschätzung des Aufsichtsrates:

  • Erfahrung bei der Führung und Überwachung international tätiger Unternehmen
  • Vertrautheit der Mitglieder in ihrer Gesamtheit mit den wesentlichen Tätigkeitsbereichen des Unternehmens und damit verbundenen Märkten und Wertschöpfungsketten
  • Verständnis für die Strategie des Unternehmens und dessen zukünftige strategische Entwicklung auch vor dem Hintergrund sich gegebenenfalls ändernder Marktanforderungen
  • Mitbestimmungsrechtliche Kenntnisse
  • Angemessene Kenntnis zu Finanzen, Bilanzierung, Rechnungswesen, Compliance und Risikomanagement
  • Ausgeprägte Erfahrung auf dem Gebiet technische Forschung und Entwicklung, industrielle Fertigung oder Service
  • Ausgeprägte Erfahrung auf dem Gebiet Vertrieb, Service oder Marketing in dem Industriesektor für Motoren, Antriebssysteme oder damit zusammenhängende Maschinen
  • Kenntnisse auf dem Gebiet Corporate Social Responsibility (CSR)
  • Kenntnisse im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0
  • Kommunikationsexpertise
  • Grundlegende börsen- bzw. aktienrechtliche sowie Finanzmarkt-Kenntnisse

Darüber hinaus muss im Hinblick auf die Anforderungen von § 100 Abs. 5 AktG mindestens ein
Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses über Sachverstand auf den Gebieten
Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert) und die Aufsichtsratsmitglieder
müssen in ihrer Gesamtheit mit der Branche für Motorenbau, Antriebssysteme oder damit
zusammenhängenden Maschinen vertraut sein.

2.  Mindestanforderungen an die fachlichen und persönlichen Kompetenzen
Die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder sollen über bestimmte Mindestkompetenzen verfügen, die für
eine ordnungsgemäße Mandatswahrnehmung erforderlich sind:

  • Fähigkeit, das Geschäftsmodell zu verstehen und kritisch zu hinterfragen
  • Grundlegende Kenntnis der relevanten rechtlichen Normen
  • Grundlegende Kenntnisse im Bereich Compliance
  • Grundlegende finanztechnische Kenntnisse, insbesondere in Rechnungslegung und Jahresabschluss
  • Fähigkeit zur Prüfung des Jahresabschlusses, ggf. mit Unterstützung des Abschlussprüfers
  • Fähigkeit, die Berichte des Vorstands und der Aufsichtsratsausschüsse zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen
  • Fähigkeit, die Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Rechtmäßigkeit der zu bewertenden Geschäftsentscheidungen zu beurteilen und auf Plausibilität prüfen zu können
  • Bereitschaft und Fähigkeit zu ausreichendem inhaltlichem und zeitlichem Engagement
  • Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung sowohl durch gesellschaftsinterne als auch externe Fortbildungsangebote
  • Persönliche Unabhängigkeit und Integrität

3.  Ziele für die Besetzung des Gesamtgremiums

3.1  Vielfalt (Diversity)
Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die
angemessene Beteiligung beider Geschlechter, die Berücksichtigung unterschiedlicher
beruflicher und internationaler Erfahrungen sowie die Sicherstellung der Zugehörigkeit
von Mitgliedern mit langjähriger einschlägiger Erfahrung an. Da es sich bei der DEUTZ AG
um eine börsennotierte, dem Mitbestimmungsgesetz unterfallende Aktiengesellschaft
handelt, setzt sich der Aufsichtsrat gemäß den in § 96 Abs. 2 AktG niedergelegten
Grundsätzen zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern
zusammen.

3.2  Internationale Expertise
Mit Blick auf die internationale Tätigkeit des DEUTZ-Konzerns soll darauf geachtet
werden, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer
langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Diesem internationalen Profil kann in
mehrfacher Weise Rechnung getragen werden, z.B. durch eine derzeitige oder
ehemalige Tätigkeit in einer leitenden Funktion in einem international tätigen
Unternehmen oder durch einen derzeitigen oder früheren beruflichen und privaten
Mittelpunkt im Ausland.

3.3  Unabhängigkeit und potenzielle Interessenkonflikte
Mehr als die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder soll unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2
des Deutschen Corporate Governance Kodex sein. Hierbei geht der Aufsichtsrat davon
aus, dass allein die Ausübung des Aufsichtsratsmandats als Arbeitnehmervertreter keine
Zweifel an der Erfüllung der Unabhängigkeitskriterien des Kodex begründen kann.
Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsfunktion bei
wesentlichen Wettbewerbern des DEUTZ-Konzerns ausüben. Wesentliche und nicht nur
vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen
zur Beendigung des Mandats führen.

3.4  Zeitliche Anforderungen an die Mandatswahrnehmung
Der Aufsichtsrat hält es für wichtig, dass seinen gegenwärtigen Mitgliedern ebenso wie
Aufsichtsratskandidaten ausreichend Zeit zur Verfügung steht für die Vor- und
Nachbereitung der regulären Aufsichtsratssitzungen, die Teilnahme an diesen und der
Befassung mit dem regelmäßigen Berichtswesen. Für die Tätigkeit in Ausschüssen,
insbesondere bei deren Leitung, ist ein gesteigerter Zeitbedarf erforderlich. Anhand
dieser Kriterien ist die zeitliche Belastung der Aufsichtsratsmitglieder und -kandidaten in
Bezug auf andere Mandate in Aufsichts- oder Kontrollgremien, der aktiven
Berufstätigkeit oder sonstigen Aufgaben zu berücksichtigen.

3.5  Regelmäßige Überprüfung/Evaluation
(1) Die Anteilseignervertreter sollen durch ein vorschlagendes Votum des
Nominierungsausschusses an den Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der vorstehenden
Kriterien ausgewählt werden, der dann seinerseits der Hauptversammlung
entsprechende Vorschläge unterbreitet. Auch die von den Arbeitnehmern zu wählenden
Vertreter im Aufsichtsrat sollen die wesentlichen Kriterien dieses Kompetenzprofils
erfüllen.
(2) Außerdem ist in regelmäßigen Abständen im Wege der sog. Evaluation zu
überprüfen, inwieweit die Aufsichtsratsmitglieder und die Zusammensetzung des
Aufsichtsrats noch mit den unter Ziffer 1 genannten Zielen in Einklang steht und eine
sachgerechte Aufgabenerfüllung des Aufsichtsrats in der vorhandenen
Zusammensetzung insgesamt gewährleistet erscheint.

4.  Diversitätskonzept
a)  Beschreibung des Diversitätskonzepts
Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus beschlossen, eine diverse Zusammensetzung anzustreben,
insbesondere im Hinblick auf Alter, Geschlecht sowie Bildungs- und Berufshintergrund.

b)  Ziel des Diversitätskonzepts
Ziel des Diversitätskonzepts für den Aufsichtsrat ist es, ein breites Verständnis für die
gesellschaftlichen und unternehmerischen Anforderungen an die DEUTZ AG sicherzustellen.
Insbesondere soll die Diversität dazu beitragen, dass unternehmerische Entscheidungen seitens des
Vorstands aus unterschiedlichen Perspektiven und vielfältigen Erfahrungen heraus beurteilt werden
können.

c)  Art und Weise der Umsetzung des Diversitätskonzepts
Der Aufsichtsrat soll auf möglichst unterschiedliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen
zurückgreifen können. Deshalb soll bei seiner Zusammensetzung die Vielfalt (Diversity) angemessen
berücksichtigt und bei der Vorbereitung von Wahlvorschlägen darauf geachtet werden, dass sich die
Profile der Kandidaten sinnvoll ergänzen. 

Der Aufsichtsrat setzt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu mindestens 30% aus Frauen
und zu mindestens 30% aus Männern zusammen.

Ziel für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist es darüber hinaus, dass Aufsichtsratsmitglieder
vorbehaltlich besonderer Gründe nicht länger amtieren als bis zum Ende der Hauptversammlung, die
auf die Vollendung des vierundsiebzigsten Lebensjahres folgt (Regelaltersgrenze). Ferner sollen
Aufsichtsratsmitglieder dem Aufsichtsrat vorbehaltlich besonderer Gründe nicht mehr als drei volle
Amtsperioden angehören.

d)  Im Geschäftsjahr erreichte Ergebnisse des Diversitätskonzepts
Mit der aktuellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden die benannten Ziele abgebildet und
entspricht dessen aktuelle Zusammensetzung dem beschlossenen Kompetenzprofil.