Pressemitteilung


07.05.2009

Weltweite Rezession drückt bei DEUTZ auf das Quartalsergebnis


  • Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis im 1. Quartal stark zurückgegangen
  • MOVE-Maßnahmenpaket wirkt; Einsparungen von rund 100 Mio. € geplant
  • Kennzahlen für das Gesamtjahr 2009 wegen anhaltend schwacher Märkte sehr deutlich unter Vorjahr erwartet
  • Neue Motoren mit integrierter Abgastechnologie verzeichnen positive Kundenresonanz

Vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise hat sich für die DEUTZ AG der negative Trend des 4. Quartals 2008 bei Auftragseingang, Absatz, Umsatz und Ergebnis wie erwartet auch im 1. Quartal 2009 fortgesetzt. Angesichts der dramatischen Nachfrageschwäche plant DEUTZ eine weitere Anpassung der Strukturen und Kapazitäten. Das Maßnahmenprogramm "MOVE", mit dem im laufenden Geschäftsjahr bereits rund 20 Mio. € eingespart wurden, soll erweitert und mit insgesamt rund 100 Mio. € zur Sicherung des Ergebnisses im Gesamtjahr beitragen. Konkrete Prognosen für das Geschäftsjahr 2009 kann DEUTZ angesichts anhaltend großer Marktunsicherheiten nicht abgeben. Es wird jedoch erwartet, dass wesentliche Kennzahlen sehr deutlich unter dem Vorjahr liegen werden.

Erhebliche Rückgänge bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis infolge der weltweiten Rezession
Im Vergleich zum Vorjahr sank der Auftragseingang im 1. Quartal 2009 um 52,5% auf 205,9 Mio. € (Q1 2008: 433,3 Mio. €). Der Motorenabsatz ging um 58,0% auf 30.589 Motoren (Q1 2008: 72.786 Stück) zurück. Der Umsatz reduzierte sich um 44,4% auf 220,6 Mio. € (Q1 2008: 397,0 Mio. €). Besonders ausgeprägt war der Nachfragerückgang bei Motoren für mobile Arbeitsmaschinen, wie etwa Baumaschinen. Deutliche Umsatzschwächen verzeichnete DEUTZ auch bei Nutzfahrzeugmotoren, Serviceleistungen sowie Austauschteilen und -motoren. Eine deutlich abnehmende Tendenz zeigte auch die Nachfrage von Landtechnikherstellern.

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009 betrug das operative Ergebnis (EBIT) -19,9 Mio. € (Q1 2008:  +17,0 Mio.  €). Belastend wirkte sich vor allem der rezessionsbedingt ebenso schnelle wie starke Volumenrückgang aus. Weiterhin konnten die Kosten nicht im gleichen Tempo reduziert werden. Das Konzernergebnis vor Ertragssteuern aus fortgeführten Aktivitäten lag aufgrund der negativen Entwicklung im operativen Ergebnis bei -21,9 Mio. € (Q1 2008: +15,8 Mio. €); nach Ertragsteuern bei -23,7 Mio. € (Q1 2008: +13,5 Mio. €).

Mitarbeiterzahl an Auslastung angepasst
Im Zuge der erforderlichen Anpassungen der Mitarbeiterzahlen reduzierte sich die Belegschaft an den in- und ausländischen Standorten im DEUTZ-Konzern zum 31. März 2009 um 354 Mitarbeiter bzw. 7,2% auf 4.555 Mitarbeiter (31. März 2008: 4.909) Eine zusätzliche Kapazitätsanpassung erfolgte über das Instrument der Kurzarbeit in direkten und indirekten Bereichen an allen deutschen Standorten, die im Durchschnitt des 1. Quartals 2009 einem Vollzeit-Äquivalent von rund 500 Mitarbeitern entsprach.

„Mit MOVE haben wir seit Herbst 2008 unsere Kosten bereits rund 30 Mio. € gesenkt. Die Entwicklung der Absatzzahlen in den vergangenen beiden Quartalen sowie weltweit negative Konjunkturprognosen stellen DEUTZ 2009 vor große Herausforderungen. Da eine spürbare Besserung in den nächsten Monaten nicht zu erwarten ist, werden wir unsere Kosten- und Organisationsstrukturen konsequent an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen", so Dr. Helmut Leube, Vorstandsvorsitzender der DEUTZ AG. Die Erweiterung des MOVE-Maßnahmenpaketes soll im Gesamtjahr 2009 insgesamt rund 100 Millionen € zur Sicherung des Ergebnisses beitragen.

Segment Kompaktmotoren
Im 1. Quartal des Jahres ging der Auftragseingang von Motoren und Serviceleistungen um 55,7% auf 152,8 Mio. € zurück (Q1 2008: 344,6 Mio. €). Mit 26.159 Motoren wurden 59,6% weniger verkauft als in der Vorjahresperiode (Q1 2008: 64.777 Stück). Mit einem Rückgang der Stückzahlen um mehr als zwei Drittel war der Absatzeinbruch bei kleineren Motoren unter 4 Liter Hubraum, die vor allem in kompakten Baumaschinen und mobilen Arbeitsmaschinen zum Einsatz kommen, besonders gravierend. Der Umsatz des Segments Kompaktmotoren betrug 161,5 Mio. €, dies entspricht einem Rückgang von 49,2% (Q1 2008: 318,1 Mio. €.) Alle Anwendungsbereiche tendierten schwächer; insbesondere Motoren für Baumaschinen mit -74,6% auf 34,7 Mio. € (Q1 2008: 136,6 Mio. €), aber auch Automotive mit 34,4 Mio. € (-45,9%; Q1 2008: 63,6 Mio. €) und Motoren für stationäre Anlagen auf 25,9 Mio. € (-44,3%; Q1 2008: 63,6 Mio.€). Nur die Landtechnik konnte mit einem Plus von 7,7% auf 44,6 Mio. € gegenüber der Vorjahresperiode zulegen (Q1 2008: 41,4 Mio.  €). Das operative Segmentergebnis (EBIT) lag wegen des Absatzeinbruchs, des ebenfalls rückläufigen renditestarken Servicegeschäfts sowie Verlusten des chinesischen Joint Ventures DEUTZ Dalian bei -22,8 Mio. € (Q1 2008: +8,0 Mio. €).

Segment DEUTZ Customised Solutions
Der Auftragseingang von Neumotoren und Serviceleistungen betrug 53,1 Mio. € (Q1 2008: 88,7 Mio. €), dies entspricht einem Minus von 40,1 %. Verkauft wurden 4.430 Motoren, 44,7 % weniger als im Vergleichszeitraum (Q1 2008: 8.009), wobei vor allem luftgekühlte Baureihen weniger gefragt waren. Mit einem Minus von 25,1% auf 59,1 Mio. € entwickelte sich der Umsatz weniger stark rückläufig (Q1 2008: 78,9 Mio. €). Während der Umsatzrückgang bei der Landtechnik mit -4,5% auf 2,1 Mio. € relativ moderat war, verzeichneten das Servicegeschäft mit
-30,0% auf 20,1 Mio. € (Q1 2008: 28,7 Mio. €) und Motoren für den Anwendungsbereich Mobile Arbeitsmaschinen mit 8,1 Mio.  € bzw. -49,1% gravierende Einbrüche (Q1 2008: 15,9 Mio. €). Bedingt durch den negativen Volumeneffekt sowie das schwächere Service- und Austauschmotorengeschäft verzeichnete DEUTZ Customised Solutions im Berichtszeitraum mit 3,6 Mio. € ein deutlich schwächeres operatives Segmentergebnis (EBIT) als noch im Vorjahr (Q1 2008: 8,8 Mio. €).

Eigenkapitalquote bei 42%
Trotz des negativen Quartalsergebnisses ging die Eigenkapitalquote zum 31. März 2009 leicht um 0,5 Prozentpunkte zurück, lag mit 41,9% (31.12.2008: 42,4%) wegen der ebenfalls rückläufigen Bilanzsumme dennoch unverändert auf einem stabilen Niveau.

F&E Aufwendungen erhöht - Investitionsprojekte angepasst
Die Aufwendungen für F&E stiegen im 1. Quartal 2009 deutlich um 39,8% auf 23,2 Mio. €. (Q1 2008: 16,6 Mio. €); die F&E-Quote erreichte somit 10,5% (Q1 2008: 4,2%). Schwerpunkte bildeten integrierte Motor-Abgassysteme für die ab 2011 geltenden Abgasstufen IIIB in Europa bzw. TIER 4 interim in den USA. Die Ende April 2009 erstmals vorgestellten Motoren mit integrierten Abgastechnologien für die ab 2011 vorgeschriebenen Abgasstufen Tier 4 interim, stießen bei unserem Hauptkundenkreis auf der Pariser Intermat, einer der weltweit wichtigsten Baumaschinenmessen, auf große Resonanz und Anerkennung.

Entsprechend der Marktlage wurden Erweiterungsinvestitionen zurückgestellt. Mit 11,4 Mio. € entfiel der Großteil auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen in Zusammenhang mit der Weiter- und Neuentwicklung von Motoren für zukünftige Emissionsstufen. Insgesamt wurden im 1. Quartal 2009 20,1 Mio. € investiert (Q1 2008: 22,1 Mio. €).

Ausblick geprägt durch anhaltende Weltrezession
Aufgrund der weltweit anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten sind verlässliche Prognosen für das Gesamtjahr 2009 nach wie vor schwierig. Angesichts der aktuell schwachen Nachfrage und fehlender Anzeichen einer Erholung für den weiteren Jahresverlauf geht der Vorstand davon aus, dass Auftragseingang, Absatz, Umsatz und Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr 2009 sehr deutlich unter dem Vorjahr liegen werden. Die im Rahmen des MOVE-Programms definierten Maßnahmen zur Kosten- und Strukturanpassung werden entsprechend der Marktentwicklung erweitert. Zukunftsinvestitionen in F&E werden auf hohem Niveau fortgeführt.
Gerhard Zaiss
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